Vielfalt bündeln und zum Strahlen bringen

Buntes Licht fällt durch ein Kirchenfenster auf den Steinboden. © broek188 - Fotolia.com Wie kann die Caritas auch in sozialen Medien erfolgreich sein? Mit dieser Frage beschäftigten sich angehende Kommunikationsmanager der Universität Leipzig. In einem Seminar zur „Kampagnen- und Kommunikationstechnik“ erarbeiteten sie Ideen für eine digitale Kommunikationsstrategie der Caritas. In ihrem Ansatz spielten neben gemeinsamen Hashtags und meinungsstarken Postings auch bunte Kirchenfenster eine zentrale Rolle.

Bunt wie ein Kirchenfenster: Die Caritas im Web.

Bunt wie ein Kirchenfenster: Die Caritas im Social Web.
© broek188 – Fotolia.com

Dass es dabei nicht nur darum geht, was die Caritas künftig bei Facebook postet oder twittert, war den Studierenden des Masterstudiengangs „Communication Management“ an der Universität Leipzig mit ihrer Dozentin Franziska Clauß klar. Ausgangspunkt war die Ausschreibung des Deutschen Caritasverbandes für die Erarbeitung einer digitalen Kommunikationsstrategie. Darin wird als Ziel formuliert, die Potenziale der Digitalisierung innerhalb des Caritasverbandes stärker zu nutzen und mehr Mitarbeiter(innen) zu motivieren, in sozialen Medien aktiv zu werden. Deshalb dachten die Studierenden auch über interne Botschaften nach, und fanden dabei ein Symbol für die Vielfalt der Caritas: das Kirchenfenster. Aus der Vielfalt der Caritas entsteht zusammengenommen etwas Einzigartiges, das buntes Licht ins Leben vieler Menschen bringt. Das Bild des Kirchenfensters soll Menschen im Verband zur besseren Vernetzung motivieren.

Gemeinsamkeiten über Hashtags deutlich machen

Bei aller Vielfalt der Einrichtungen haben die Caritasverbände viele gemeinsame Themen. Diese Stärke sollte die Caritas nach Ansicht der Studierenden in den sozialen Medien noch besser nutzen. Sie schlugen vor, gemeinsame Anliegen durch ein einheitliches Wording und Hashtags verstärkt zu kommunizieren. Dabei sollte aber auch jeder Caritasverband seine Eigenständigkeit bewahren und diese auch sichtbar machen. So könnten beispielsweise alle Twitter-Kanäle der Caritas ein Flammenkreuz in ihrem Profil haben und dieses mit der lokalen Skyline ergänzen.

Soziale Medien ermöglichen über verschiedene Plattformen einen direkten Dialog und Austausch. Die Facebook-Seite der Caritas Deutschland nutzt diese Möglichkeit noch zu wenig. Die Studierenden empfahlen deshalb, durch meinungsstärkere Postings zu mehr Dialog mit den Followern zu kommen.

Bei der Recherche über die Caritas waren die Studierenden erstaunt, wie groß die Aufgaben- und Themenvielfalt der Caritas ist. In den sozialen Medien haben sie diese Themenvielfalt allerdings als verwirrend wahrgenommen und plädierten für eine stärkere Themenpriorisierung. Um dies bei aller Vielfalt zu ermöglichen, raten sie dazu, pro Quartal ein Thema als Schwerpunkt zu setzen.

Neben diesen grundsätzlichen Überlegungen haben die Studierenden der Uni Leipzig auch viele konkrete Ideen für Social Media Aktionen entwickelt. Vielen Dank dafür. Wir können uns gut vorstellen, dass der eine oder andere Hinweis in unser Konzept mit einfließen wird.

Dorothée Quarz | 27. Juni 2014

2 Antworten auf Vielfalt bündeln und zum Strahlen bringen

  1. Pingback: Fundraisingwoche vom 23.06.-29.06.2014 | sozialmarketing.de - wir lieben Fundraising

  2. Roland Knillmann sagt:

    Der Beitrag benennt unsere inhaltliche Stärke und unsere kommunikative Schwäche, die untrennbar zueinander gehören: Unsere Themenvielfalt und unsere regionale Selbständigkeit. Das sind Eigenschaften, für die das web 2.0 ja wie geschaffen erscheint: Keine Steuerung top-down, sondern Agendasetting button-up. Der naheliegende Hinweis der Studierenden ist sinnvoll: laßt uns hashtags benutzen, um Klammern zu bilden und aus Vielfalt nicht Zersplitterung werden zu lassen. „Einheitliches Wording“ sehe ich realistisch – und das heißt (leider) kritisch: das wird in den SoMe nicht oder nur sehr begrenzt funktionieren, wenn wir die Trägerebene verlassen und die Mitarbeitenden als Botschafter gewinnen wollen. Ich kann mich nicht ganz vom Eindruck befreien, dass da an ein hölzernes Eisen gedacht wird: die Mitarbeitenden zum Mittun motivieren, aber irgendwie gesteuert. Das wird nicht funktionieren.
    Den Gedanken, Eigenständigkeit zu bewahren, sichtbar zu machen und zugleich Themen gemeinsam zu spielen, kennen wir (in anderer Reihenfolge der Kriterien): Die jährlichen Caritaskampagnen. Eine vierteljährliche (oder andere, noch engere) Taktung ist zu kurzatmig, eine Fokussierung der Communitiy in diese Richtung unrealistisch.
    Meinungsstärkere Postings: Ja. Bündelung via hashtags: Ja. Mobilisierung der Multiplikatoren: Ja, aber nicht durch zentrale (zentralistische) Vorgaben.
    Vertrauen darauf, dass die Themen ihren Weg finden: Unbedingt. Hier liegt genau die Bruchstelle zu unseren kommunikativen Traditionen und eingeübten Mustern: Die One-Voice-Policy ist in Zeiten des web 2.0 Historie. Ich bin davon überzeugt, dass genau hier der Kulturbruch und die zentrale Herausforderung liegen.
    Mit diesem Kommentar habe ich mich etwas von den Impulsen der Studierenden entfernt, die unsere Diskussion befeuern und beleben. Danke nach Leipzig!

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