Navigation reloaded: Die Karten werden neu gemischt

60 Begriffe hin uns her schieben, zu sinnvollen Einheiten bündeln und so eine Sitemap für caritas.de entwickeln. Klingt einfach und ist doch so komplex. Auch wenn dieses als Card-Sorting bezeichnete Verfahren spielerisch über ein Online-Werkzeug realisiert wird. Mehr als 250 Personen sind unserem Aufruf gefolgt und haben sich an der Aufgabe versucht – viele sind daran gescheitert. Dafür gibt es zwei Hauptgründe. Jetzt gilt es, die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen.

Von den 250 Testern brach ein Drittel den Sortiervorgang nach wenigen Minuten ab. Als Begründung gaben diese Leute an: Es sind zu viele Begriffe. Und: Ich verstehe nicht, was sich dahinter verbirgt. Übersetzt man diese Hinweise, bedeutet das: Die Navigation muss schlank und die verwendeten Begriffe allgemeinverständlich sein. Caritassprech ist ebenso wenig gefragt wie das Abbilden unserer Strukturen.

Das sind natürlich keine neuen Erkenntnisse, denn sie gelten seit Jahren als Grundregeln für benutzerfreundliche und barrierefreie Internetauftritte. Usability-Experte Jakob Nielson empfiehlt zum Beispiel, die Sprache einer Webpräsenz an den Interessen der Besucher auszurichten: “Use customer-focused language. Label sections and categories according to the value they hold for the customer, not according to what they do for your company.“

Navigation ist oft nur was für Insider

Vermutlich wird kaum jemand diesem Rat widersprechen. Für die Macher von Internetauftritten ist er dennoch nicht einfach umzusetzen. All zu oft kollidiert er mit internen Erwartungen. Die Verantwortlichen des BIENE-Awards für barrierefreie Internetseiten beschreiben das auf “Einfach für alle” so: „Auf vielen Seiten staatlicher, aber auch privater Anbieter wird der Besucher von einer Navigation begrüßt, die nur Eingeweihte verstehen können. Häufig wird die eigene Organisationsstruktur des Unternehmens oder der Behörde als Grundlage für die Struktur der Website und der Navigation genutzt. Diese Anbieter erwarten von ihren Besuchern, dass diese sich zum erfolgreichen Navigieren mit dem Organigramm der Behörde oder des Unternehmens auseinanderzusetzen.“  

Navigation ausdünnen und aufs Wesentliche konzentrieren

Nüchterner klingt das in der offiziellen Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung (BITV): „Die Navigation muss schlüssig und nachvollziehbar sein.“ Eine Herausforderung, der wir uns beim Relaunch von caritas.de stellen müssen. Vor allem deshalb, weil wir ein Portal aufbauen wollen, das unterschiedliche bundesweite Inhalte bündeln und verschiedene Zielgruppen ansprechen soll. Wenn wir den Anforderungen der Benutzerfreundlichkeit genügen wollen, müssen wir uns aufs Wesentliche konzentrieren und mutig unsere Navigation ausdünnen. Hilfreich ist dabei der Fokus: Was erwarten die Besucherinnen und Besucher von den Caritas-Seiten?

Marc Boos | 20. Mai 2010

2 Antworten auf Navigation reloaded: Die Karten werden neu gemischt

  1. Marc Boos sagt:

    @Kathrin Fischer
    Kannst Du noch etwas genauer beschreiben, was du damit meinst “Die Menüpunkte sind ein Tick zu kurz”. Danke fürs Mitmachen.

  2. Katrin Fischer sagt:

    Zunächst großes Kompliment für die Hearngehensweise an die http://www.Überarbeitung und die Sichtweise Eurer User. Meine Meinung: Strukturoptimierung auf gutem Weg, nur die Menüpunkte einen Tick zu kurz im Titel, um Userfragen klar zuordnen zu können. Ihr schafft das!

    Katrin Fischer

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